Oberes Belvedere

Permanente Präsentation der weltberühmten Meisterwerke

Der Plan zum Bau des Oberen Belvedere in seiner heutigen Form ersetzte die primäre Idee einer Gloriette „mit schönem Blick über die Stadt“. Die Bauarbeiten erfolgten von 1717 bis 1723. Das Obere Belvedere hatte zu Zeiten des Prinzen vornehmlich repräsentative Funktion und diente ab der zweiten Hälfte der 1770er-Jahre als kaiserliche Gemäldegalerie. Zu diesem Zweck wurden die Gemälde ab 1776 aus der Stallburg in das Obere Belvedere gebracht, wo sie der Öffentlichkeit zugänglich waren.
Heute werden im ehemaligen Repräsentationsschloss des Prinzen Eugen von Savoyen permanent Hauptwerke aus allen Bereichen der Belvedere Sammlung, vom Mittelalter bis in die Gegenwart, gezeigt.

Die Sala terrena

Die Sala terrena (Erdgeschosshalle) wird durch vier mächtige Atlanten dominiert, die das reich stuckierte Deckengewölbe des Raumes stützen. Ursprünglich war die Sala terrena als einheitlicher Saalraum konzipiert, doch nach Bauschäden im Winter 1732/33 wurde der Einbau der vier Stützen notwendig. Der Raum öffnet sich zur Gartenseite des Oberen Belvedere und leitet zur Prunkstiege über. Damit ist die Sala terrena Gartensaal und Vestibül in einem.

Die Prunkstiege

Der ursprüngliche Haupteingang befand sich an der Südseite des Oberen Belvedere, noch heute kenntlich durch die Auffahrtsrampen. Von dort konnte der Gast direkt über die Prunkstiege zum Hauptgeschoss des Schlosses aufsteigen. An der rechten Wand ist ein Stuckrelief mit dem Triumph Alexander des Großen über Darius zu sehen, während links die Frauen des Darius vor Alexander dargestellt sind. An der Decke befand sich ursprünglich noch die Szene, wie Alexander den Gordischen Knoten zerschlägt. Dieses Relief hat jedoch die Jahrhunderte aufgrund von Problemen mit der Dachkonstruktion darüber nicht überdauert und musste im 19. Jahrhundert durch die heute noch existierende Rosette ersetzt werden.

Der Carlonesaal

Der Carlonesaal oder Gemalte Saal erhielt den Namen nach seinem Gestalter, dem norditalienischen Freskenspezialisten und Wanderkünstler Carlo Innocenzo Carlone (1686–1775). Von ihm stammt das beeindruckende Deckenfresko mit der Darstellung des Triumphes der Aurora (1722/23), während die Scheinarchitekturen von Marcantonio Chiarini und Gaetano Fanti ausgeführt wurden. Die Ausstattung dieses Raumes, der ursprünglich zum geselligen Aufenthalt an heißen Sommertagen diente, hat sich bis heute erhalten, während die Fresken seines Pendants im Ostflügel in späterer Zeit verloren gegangen sind.

Der Marmorsaal

Der zwei Geschosse umfassende Marmorsaal ist der prachtvollste Raum des Oberen Belvedere und ist gleichzeitig der erste, der vom Treppenhaus zugänglich ist. Die im Stich von Salomon Kleiner dargestellten Figuren legen nahe, dass der durch das Rotbraun des Marmors und die Vergoldungen geprägte Saal einst als erstes Antichambre diente. Über den beiden Kaminen sind die seit 1963 wieder in situ befindlichen Tiergemälde von Ignaz Heinitz von Heinzenthal zu erkennen. Für den Schmuck mit Fresken zeichneten auch in diesem Raum Carlo Innocenco Carlone und wohl auch Marcantonio Chiarini sowie Gaetano Fanti verantwortlich.
Einer breiten Öffentlichkeit wurde der Marmorsaal des Belvedere durch das wohl wichtigste Ereignis der Nachkriegsgeschichte bekannt: die feierliche Unterzeichnung des Staatsvertrages am 15. Mai 1955 durch Leopold Figl. 

Die Schlosskapelle

Die achteckige Schlosskapelle im südöstlichen Eckrisalit des Oberen Belvedere zählt zu den glanzvollen Höhepunkten des Gebäudes. Die Zweigeschossigkeit des zentralen Raumes folgt den Regeln aristokratischer Schemata, welche als Spiegel der gesellschaftlichen Rangabstufung zu lesen sind: Im Erdgeschoss versammelten sich die Palastangestellten, die Empore im Piano Nobile hingegen war ausschließlich dem Bauherrn vorbehalten. Anhand einer Ansicht Salomon Kleiners aus den 1730er-Jahren lässt sich erkennen, dass die Kapelle weitgehend in ihrem Originalzustand erhalten geblieben ist
Heilige Messe: jeden Sonntag um 12 Uhr

Besucherinfos

Öffnungszeiten Oberes Belvedere
Täglich 10 bis 18 Uhr

Kontakt
Tel. +43 1 795 57 134
E-Mail

Adresse
Prinz Eugen-Straße 27, 1030 Wien